Warum Kinder nicht auf Pump leben sollten

Kindern geht es in Finanzdingen wie Erwachsenen: Am Ende des Geldes ist oft noch viel Monat übrig. Dann sollten Eltern eines nicht tun – einen Vorschuss geben.

Papa, Mama, ich brauche mehr Taschengeld, alles ist schon wieder weg.» Mit dieser Bankrotterklärung nervt der zwölfjährige Alexander regelmässig seine Eltern. Sollen sie dem Druck des Sohnes nachgeben und ihm auf die 25 Franken noch einen Vorschuss gewähren? Nein. Hat Alexander sein Taschengeld bis Mitte des Monats verbraucht, muss er eben warten, bis im nächsten Monat Nachschub kommt.
Alexander hat den Fixbetrag zwar zur freien Verfügung, kann damit kaufen, was er will – das Geld sparen oder verschenken. Wichtig ist aber, dass er etwas früh begreift: Geld regnet es nicht vom Himmel, Eltern müssen es hart verdienen. Eine rettende Finanzspritze sollte deshalb die Ausnahme bleiben. Wer als Kind lernt, sich aus eige-nem Willen finanziell einzuschränken und auf einen Wunsch zu verzichten, hat die besten Voraussetzungen, seine Finanzen später im Griff zu haben.

Mit zehn Franken in den Blumenladen
80 Prozent der zahlungsunfähigen Erwachsenen geraten vor dem 25. Lebensjahr in die Schuldenspirale, so die Bilanz der Schweizer Schuldenberatungsstellen. Parolen unserer Konsumgesellschaft wie «heute kaufen – morgen zahlen» sind verführerisch. Wenn Eltern ihren Kindern unüberlegt Taschengeld vorschiessen, legen sie leider oft den Grundstein für eine spätere Verschuldung. Eine klare und konsequente Gelderziehung hilft meist, dies zu verhindern. Natürlich sind Extraprämien für besondere Dienste wie etwa Autowaschen oder Rasenmähen angemessen. Alltägliche Hausarbeiten wie Geschirr einräumen, Müll entsorgen oder Staubsaugen gehören aber zu den normalen Haushaltspflichten aller Familienangehörigen.
Wert und Bedeutung von Geld lernen die Kinder am besten aus eigener Erfahrung in der Praxis: Schicken Sie sie zum Beispiel mal mit zehn Franken in den nächsten Blumenladen – die Kinder werden erstaunt sein, wie klein der Strauss wird. Und ganz nebenbei üben sich die Kinder dabei in Selbstdisziplin, Planung und sozialer Mitverantwortung. Nicht nur Geld verdienen, sondern auch Geld ausgeben will eben gelernt sein.

So klappts mit dem Sackgeld
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Zahlen Sie das Taschengeld pünktlich aus. Am besten immer an einem fixen Kalendertag, etwa Ihrem Zahltag.
- Legen Sie genau fest, wofür das Sackgeld reichen muss.
- Kontrollieren Sie nicht, wofür Ihr Kind sein Geld ausgibt.
- Es sollte frei darüber verfügen können.
- Sprechen Sie über Geld.
- Kinder sollen wissen, dass auch Eltern sparen müssen, um sich etwas leisten zu können.
- Nehmen Sie kleinere Kinder regelmässig zum Einkaufen mit. Und lassen Sie die älteren daran teilhaben, wenn Sie die Zahlungen Ihrer Fixkosten erledigen. So bekommen die Kinder einen Begriff davon, was «das Leben» kostet.
- Taschengeld ist kein Erziehungsmittel. Es eignet sich nicht als Druckmittel oder Belohnung.